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Theorieprüfung 2027: Was ändert sich?

Ab 1. Januar 2027 hat die Basistheorie 55 statt 50 Fragen, neue Themen und den VKU vor der Prüfung. Was bis 31.12.2026 gilt – und wie du dich vorbereitest.

Theorie Swiss6 Min. Lesezeit
Theorieprüfung 2027: junger Lernender am Schreibtisch mit Laptop und Autoschlüssel, Schweizer Strasse im Hintergrund

Kurzantwort — was ändert sich an der Theorieprüfung 2027?

Die Basistheorieprüfung für Auto und Motorrad (Kat. B, A und A1) ändert sich am 1. Januar 2027. Das ist kein Gerücht aus Foren: Die Verordnung des ASTRA vom 19. Dezember 2025 setzt die Anpassungen der Verkehrsversicherungs- und der Verkehrskunde-Verordnungen auf diesen Tag in Kraft. Für dich als Lernende oder Lernender zählen drei Punkte:

  • Bis 31. Dezember 2026 bleibt das heutige Format: 50 Fragen, 150 Punkte, höchstens 15 Fehlerpunkte, rund 45 Minuten — so publiziert die Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa) die Prüfungsform für B, A und A1.
  • Ab 1. Januar 2027 hat die Basistheorie 55 Fragen. Das schreiben die Strassenverkehrsämter Thurgau und St. Gallen ausdrücklich. Neue inhaltliche Blöcke kommen dazu: Fahrassistenzsysteme (FAS), Verkehrskundeunterricht (VKU) und Verkehrssinnbildung.
  • Der VKU muss vor der Theorieprüfung nachgewiesen sein (VZV Art. 13 Abs. 1ter). Wer den Lernfahrausweis 2025 oder 2026 geholt hat und erst 2027 prüft, schreibt die neue Prüfung — nicht die alte 50-Fragen-Variante.

Was asa auf der Seite Prüfungsform noch nicht für 2027 veröffentlicht hat: die genaue Punktetabelle und die Prüfungsdauer. Deshalb stehen in diesem Artikel keine 2027-Bestehensgrenzen. Die geltenden Zahlen bis Ende 2026 findest du im Guide Wie viele Fragen hat die Theorieprüfung?.

Warum das für deine Vorbereitung zählt

Viele planen so: gelbe Karte holen, ein paar Wochen üben, Termin beim Amt. Ab 2027 kommt ein Extra-Schritt davor. Das Strassenverkehrsamt Thurgau hält fest: Auch wer den Lernfahrausweis 2025 oder 2026 erhalten hat, legt ab dem 1. Januar 2027 die neue Theorieprüfung ab. Es gibt also keinen Bestandsschutz für «alte» Karten.

St. Gallen empfiehlt deshalb, die Prüfung noch im Dezember 2026 zu machen, wenn du das aktuelle Format trainiert hast und den VKU-Schritt nicht in den Januar schieben willst. Das ist keine Pflicht — aber eine klare Entscheidung: Entweder du bestehst bis 31. 12. 2026 im bekannten 50-Fragen-Format, oder du bereitest dich auf 55 Fragen und die neuen Themen vor.

Für beide Wege gilt dasselbe Lernprinzip: nicht auswendig klicken, sondern Vortritt, Tempo und Signale so üben, wie sie in der Prüfung kommen. Die Grundregeln bleiben unter Verkehrsregeln Schweiz. Die neuen 2027-Blöcke kommen dazu, sie ersetzen die klassischen Themen nicht.

Geltendes Format bis 31. Dezember 2026

asa beschreibt die aktuelle Prüfungsform so (Kategorien B, A und A1):

MerkmalWert (bis 31.12.2026)
Fragen50
Punkte150 (3 pro Frage)
Bestehen135 Punkte (höchstens 15 Fehlerpunkte)
Zeit45 Minuten

Die Mofaprüfung (Kat. M) steht bei asa weiter mit 30 Fragen, 90 Punkten, 9 Fehlerpunkten und 45 Minuten. Eine 55-Fragen-Umstellung für Mofa ist in den zitierten Amtsmeldungen nicht genannt.

asa führt ausserdem zwei Kompetenzkataloge: einen bis 31. 12. 2026 und einen ab 1. 1. 2027. Wer 2026 prüft, bleibt beim bisherigen Katalog. Wer 2027 prüft, übt den neuen. Das ist der saubere Schnitt — nicht «irgendwann im Winter», sondern der Kalendertag.

Was ab 1. Januar 2027 feststeht

Die Amtsmeldungen aus Thurgau und St. Gallen sind sich einig: Die Basistheorie für B, A und A1 hat 55 Fragen. St. Gallen schreibt zusätzlich, dass der VKU vor der Theorie Pflicht ist. Thurgau listet die neuen Inhaltsblöcke: Fahrassistenzsysteme, Verkehrskundeunterricht und Verkehrssinnbildung.

Das Bundesrecht stützt den Zeitplan. Die ASTRA-Mitteilung zu den Änderungen vom 19. Dezember 2025 nennt das Inkrafttreten am 1. Januar 2027. In der Verkehrszulassungsverordnung (VZV) verlangt Art. 13 Abs. 1ter den Nachweis des VKU vor der Theorieprüfung für die Kategorien A, B, A1 und B1. Anhang 11 regelt die Verkehrssinnbildung. Art. 151q enthält die Übergangsbestimmung — sie ändert nichts daran, dass ab dem Stichtag die neue Prüfung gilt.

Was wir bewusst nicht behaupten: eine 2027-Punkteskala oder eine neue Prüfungsdauer. Kommerzielle Seiten nennen dazu Zahlen; asa hat sie auf Prüfungsform nicht veröffentlicht. Sobald asa nachzieht, aktualisieren wir diesen Artikel.

Neue Themen: FAS, VKU und Verkehrssinn

Fahrassistenzsysteme (FAS) gehören ab 2027 zum Stoff: wozu ein System dient, wo seine Grenze liegt und wer verantwortlich bleibt — du. Notbremsassistent oder Spurhaltewarner ändern nichts an Vortritt, Abstand und Tempo.

Verkehrskundeunterricht (VKU) ist kein reiner Admin-Haken. Wenn der VKU vor der Theorie Pflicht ist, musst du die Inhalte können, bevor du den Termin buchst: Risiken, Ablenkung, Alkohol und Drogen (Promillegrenze in der Schweiz), Müdigkeit, Gruppenzwang. Dieselbe 0,1-Promille-Regel gilt später in der Probezeit — siehe Führerausweis auf Probe Schweiz. Prüfungsfragen dazu sind keine Überraschung mehr, sondern Teil der Basistheorie.

Verkehrssinnbildung steht in VZV Anhang 11. Es geht um das Lesen von Situationen: Wer hat Vortritt, was siehst du zu spät, wann bremst du, statt zu beschleunigen? Genau das trainierst du mit Bildfragen — nicht mit Definitionslisten. Deshalb bleibt das Üben unter Zeitdruck der kürzeste Weg, auch wenn die Fragenzahl von 50 auf 55 steigt.

VKU vor der Theorie — was du konkret planst

Bisher haben viele den VKU irgendwo zwischen Theorie und Praxis eingeschoben. Ab 2027 kehrt sich das für die genannten Kategorien um: erst VKU-Nachweis, dann Theorieprüfung. Plane Kursplatz und Wartezeit ein, bevor du den Amtstermin setzt.

Wer schon Kat. B hat und Motorrad nachholt, bleibt oft von Basistheorie und VKU befreit — das ist der bekannte B-Pfad, kein 2027-Sonderfall. Im Zweifel bestätigt das zuständige Strassenverkehrsamt den Ablauf. Dieser Artikel ersetzt keine kantonale Auskunft.

Übergang: jetzt prüfen oder auf 2027 warten?

Zwei saubere Optionen:

  1. Prüfung bis 31. 12. 2026: Du bleibst bei 50 Fragen und der bekannten Punktegrenze. St. Gallen rät ausdrücklich dazu, wenn du das aktuelle Format schon trainierst. Termine im Dezember sind knapp — nicht auf die letzte Woche warten.
  2. Prüfung ab 1. 1. 2027: Du übst 55 Fragen und die neuen Blöcke. Den VKU holst du vorher. Dein Lernfahrausweis von 2025 oder 2026 schützt dich nicht vor dem neuen Format (Thurgau).

Zwischenlösung «ich lerne 50 Fragen und schaue 2027 weiter» ist riskant, wenn du den VKU-Stoff nie wiederholt hast.

So übst du jetzt — unabhängig vom Stichtag

Die klassischen Fallen bleiben: Rechtsvortritt, Kreisverkehr, Tempo in der Tempo-30-Zone, Überholen, Abstand. Neu kommt dazu, Assistenzsysteme und VKU-Risiken in denselben Situationen mitzudenken. Starte mit Theorieprüfung online gratis üben — 10 Demo-Fragen, sofortige Auswertung, kein Konto. Wenn das Format sitzt, schaltest du den vollen Zugang mit über 1'200 Fragen frei.

Wer 2026 prüft, trainiert 50-Fragen-Simulationen und zählt Fehlerpunkte mit (Ziel: klar unter 15). Wer 2027 prüft, nimmt dieselben Themen plus FAS/VKU/Verkehrssinn und gewöhnt sich an den längeren Fragenblock. Die Regeln selbst bleiben die Schweizer Regeln — sie werden nicht «einfacher», nur breiter.

FAQ

Wie viele Fragen hat die Theorieprüfung ab 2027?
55 Fragen in der Basistheorie für Kat. B, A und A1 (StVA Thurgau und St. Gallen). Bis 31. 12. 2026 bleiben es 50 Fragen (asa Prüfungsform).

Gilt die neue Prüfung auch mit Lernfahrausweis von 2025 oder 2026?
Ja. Thurgau schreibt: Wer ab dem 1. Januar 2027 prüft, schreibt die neue Prüfung — unabhängig vom Datum der gelben Karte.

Muss der VKU vor der Theorie gemacht sein?
Ja, für A, B, A1 und B1 verlangt VZV Art. 13 Abs. 1ter den Nachweis vor der Theorieprüfung. St. Gallen bestätigt die Pflicht ausdrücklich.

Wie viele Fehlerpunkte sind 2027 erlaubt?
Das hat asa auf der Seite Prüfungsform noch nicht publiziert. Bis 31. 12. 2026 gelten 15 Fehlerpunkte bei 150 Punkten. Spekulationszahlen aus Kurswerbung gehören nicht in deine Planung.

Ändert sich die Mofaprüfung 2027?
In den zitierten Amts- und asa-Quellen bleibt Kat. M bei 30 Fragen. Eine 55-Fragen-Umstellung für Mofa ist dort nicht ausgewiesen.

Soll ich die Prüfung noch 2026 machen?
Wenn du das 50-Fragen-Format schon sicher bestehst und einen Dezember-Termin bekommst: ja, das empfiehlt St. Gallen. Wenn der VKU oder der Termin erst 2027 möglich ist, übe bewusst auf 55 Fragen und die neuen Themen.

Quellen

  • asa, Prüfungsform (aktuelles 50/150/15/45-Format für B, A, A1; M 30/90/9/45): asa.ch — Theorieprüfung / Prüfungsform
  • asa, Prüfungsinhalte: Kompetenzkataloge bis 31.12.2026 und ab 01.01.2027
  • ASTRA, Änderungen vom 19. Dezember 2025 (Inkrafttreten 1.1.2027)
  • VZV Art. 13 Abs. 1ter (VKU-Nachweis vor der Theorie), Art. 151q (Übergang), Anhang 11 (Verkehrssinnbildung)
  • Strassenverkehrsamt Thurgau, 29. September 2026: 55 Fragen, FAS/VKU/Verkehrssinn, neue Prüfung auch mit Karte 2025/2026
  • Strassenverkehrsamt St. Gallen: VKU-Pflicht vor der Theorie, 55 Fragen, Empfehlung Prüfung bis Ende Dezember 2026

Hinweis: Keine Rechtsberatung und kein Ersatz für die Auskunft deines Kantons. Punktetabelle und Dauer ab 2027 nennen wir erst, wenn asa sie veröffentlicht.

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